2015-09-02 - Essayvortrag im Schloss

kg_05.jpg

Anlässlich des Willicher Kultursamstages am 29. August 2015 hatte die Künstlergilde Neersen ins heimische Schloss eingeladen, um eine gemeinsame Werkschau und eine Skulpturenausstellung zu präsentieren. Bei dieser Gelegenheit konnte man auch unsere Oberstufenschüler Sarah Ertl, Christina M. Simon und Demian Zarnoski auf der Bühne erleben. Alle drei haben im letzten Jahr erfolgreich an dem Essay-Wettbewerb der Berkenkamp-Stiftung teilgenommen; Demian Zarnoski Text wurde unter über 200 Einsendungen als einer der zehn besten ausgezeichnet.kg_01.jpg

 

Sarah Ertl sprach über den Hang – oder Zwang? – vieler (gerade junger) Menschen zur Selbstinszenierung, über die Spannung zwischen Schein und Sein, über die nach außen präsentierte Fassade, hinter der sich im Inneren häufig ein ganz anderer Mensch versteckt. Das gestellte Thema lautete: „Klatsch und Tratsch“.

kg_02.jpg

 

Christina M. Simon, die das Thema „Bibliotheken – Räume des Denkens?“ gewählt hatte, entführte uns in die Welt der Bücher, ließ uns teilhaben an ihren Leseerfahrungen und erweckte die nur scheinbar „toten“ Buchstaben zum Leben, indem die Romanfiguren ihrer Lektüre zu leibhaftigen Gestalten wurden.

kg_03.jpg

Demian Zarnoski schließlich reflektierte – sehr passend anlässlich einer Vernissage, bei der zahlreiche Künstler anwesend waren – über den Sinn von Kunst, genauer gesagt: über die Spannung zwischen Schönem und Hässlichem. Ein wahrer Bewusstseinsstrom mit erfindungsreichen Alliterationsketten hatte die „Träne“ als „tristen Träger der Traurigkeit“, die sich „unserer Seele als Tinte anbietet“ zum Thema. Grundlage von Demians Essay war ein Zitat des Schriftstellers Robert Gernhardt: „Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer, das Hässliche erfüllt durch Dauer.“

Alle drei Vorträge fanden großen Anklang beim Publikum und so manches kunsttheoretische Fachgespräch folgte beim anschließenden zwanglosen Beieinander.
Wir sind stolz auf unsere drei Essayschreiber und gratulieren bei dieser Gelegenheit noch einmal ganz herzlich. Gleichzeitig möchten wir uns bei Herrn Uwe Richter von der Künstlergilde Neersen bedanken, der die Auftritte der drei Schüler ermöglicht hat.
Zu allen drei Essays in ungekürzter Form gelangt man, indem man die Namen der Schüler anklickt.