2015-12-01 - Schüleraustausch Santander 2015

santander_01.jpgAufmerksam lauschen 20 spanische und deutsche SchülerInnen den Ausführungen des Stationsleiters des Reservats Parque Natural de Marismas de Santoña, Victoria y Joel. Sie tauchen in die einzigartige Natur dieses Naturschutzreservates ein, das maßgeblich durch ein riesiges Marschgebiet geprägt ist. Umsäumt wird es von dem Golf von Biscaya,  riesigen Stränden, schroffen Klippen und bewaldeten Bergen. Die jungen Leute zeigen sich beeindruckt von der Vielfalt, die sich vor ihren Augen in Animationen und naturgetreuen Schaukästen entfaltet. Durch die plastische Darstellung und die gut verständlichen spanischen Ausführungen bekommen die SchülerInnen einen Einblick in die geo- und biologischen Zusammenhänge dieser einzigartigen Region, bevor sie dann bei strahlendem Sonnenschein zu Fernrohren geführt werden und einige der zuvor in Schaukästen gesehenen Vögel in natura bewundern können.
santander_04.jpgDieses Erlebnis bildete nur einen Teil des Tagesausfluges, an dem die Jugendlichen eine Sardellenfabrik (fábrica de anchoas) –ein sehr geruchsintensives Erlebnis- besuchten und in  Folge, vorbei an der beeindruckenden Schönheit des Marschgebietes, zu der Stadt Laredo geführt wurden. Nach einem Besuch der Kirche Santa Maria de la Asunción erkundeten die jungen Leute gemeinsam eigenständig die Stadt.

Begonnen hatte alles mit einem herzlichen Empfang der deutschen Gastschüler durch die spanischen Schüler, die ihnen für die nächsten 8 Tage eine Heimat bieten sollten. Die Jugendlichen, die sich bereits schon vom Treffen in Deutschland im April desselben Jahres kannten, fielen sich in die Arme. Andere spanische Schüler sangen den Besuchern zur Begrüßung ein deutsches Lied. Danach ging es für die Spanier zurück in den Unterricht, während die deutschen Schüler sich zur Markthalle aufmachten.

santander_03.jpg Beeindruckt von der ihnen dargebotenen Vielfalt hatten sie Gelegenheit typische spanische Gerichte hautnah zu bestaunen und zu probieren. An Käse- und Wurstspezialitäten vorbei hin zu Gebäckvarietäten führte sie der Rundgang durch die Markthalle und dem einen oder anderen wurde auch etwas anders, angesichts der Unmenge der zum Teil noch lebenden Fische und Meeresfrüchte. Der Nachmittag und Abend gehörte dann ganz den Familien.  
Am nächsten Tag tauchten die deutschen TeilnehmerInnen in den spanischen Schulalltag ein und begleiteten ihre AustauschschülerInnen in den Unterricht. Dabei stellten sie einige Unterschiede zwischen der deutschen und der spanischen Schulkultur fest. Alle duzen sich und die Schüler reden im Unterricht ohne sich vorher zu melden.  Zugleich hatten sie die Möglichkeit Fächer wie Mathematik oder Chemie in spanischer Sprache zu erleben. Am Nachmittag gingen die deutschen SchülerInnen mit ihren Lehrern erst einmal ausgiebig Tapas essen, bevor sie dann zusammen die gotische Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción in Santander besichtigten. santander_05.jpg
Der Abend führte die Schüler in den Untergrund von Santander, die Besichtigung eines früheren „Luftschutzkellers“ sowie der alten Stadtmauern von Santander stand an. Sowohl die deutschen als auch die spanischen SchülerInnen konnten die Erfahrungen der Menschen nachempfinden, die im spanischen Bürgerkrieg in diesen unterirdischen Räumen vor den Luftangriffen – übrigens auch durch die deutsche Legion Condor-  Schutz suchten und in der Enge ausharrten. Den jungen Menschen wurden die damals geltenden Regeln für den Luftschutzkeller erklärt und sie erlebten einen simulierten Bombenangriff. Bei der anschließenden Besichtigung der früheren Stadtmauern von Santander, konnten die SchülerInnen nachvollziehen, wie sich die Stadt im Altertum entwickelte, welche Rechte im Mittelalter vor und in der Stadt galten und wie sich Santander über die Jahrhunderte zu einem wichtigen Handelsplatz entwickelte, bevor das große Feuer 1941 ausbrach, bei dem tausende Familien obdachlos wurden und fast der gesamte historische Teil von Santander vollständig zerstört wurde.
Das Wochenende im Anschluss an den Ausflug nach Laredo verbrachten die TeilnehmerInnen gemeinsam mit ihren Austauschfamilien und einige unternahmen dabei weitere Ausflüge z. B. nach Santillana del Mar. Andere aßen zusammen mit ihren Familien typische kantabrische Speisen und lernten sich dabei näher kennen.
santander_02.jpgDen Montag verbrachten die deutschen SchülerInnen bei herrlichem Sonnenschein am Strand und einige Mutige wagten sich sogar in die Fluten des kantabrischen Meers. Auf dem Weg zum Strand bewunderten wir auf der Halbinsel La Magdalena den prunkvollen Palacio Real und besuchten die Robben, Seelöwen und Pinguine, die dort in einem kleinen Zoo leben.
Am Dienstag hatten wir die Ehre vom Ministerpräsidenten von Kantabrien, Miguel Ángel Revilla, empfangen zu werden. Die spanischen und deutschen SchülerInnen durften ihm Fragen stellen, Fotos machen und erhielten am Ende sogar ein signiertes Exemplar seines Buch. Auf dem Cover des Buches war eine Montage von ihm und Frau Merkel zu sehen. Er kritisierte ihre europäische Sparpolitik, war aber voll des Lobes angesichts ihrer Haltung zur Flüchtlingsproblematik. Nach diesem tollen Erlebnis ging es für den Kauf von Mitbringseln in Form von köstlichen spanischen Lebensmitteln noch einmal in die Markthalle. Den restlichen Tag verbrachten die deutschen SchülerInnen in ihren Gastfamilien und genossen die letzten gemeinsamen Tag.
santander_06.jpgAm letzten Tag hieß es schließlich Abschied nehmen und die SchülerInnen verabschiedeten sich schweren Herzens voneinander und traten mit dem großen Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen die Rückreise nach Deutschland an.