2016-06-04 - Schüleraustausch mit dem I.E.S. Santa Clara

Unser Schüleraustausch mit dem I.E.S. Santa Clara

Vom 13. bis zum 20.04.2016 waren 13 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrern, Frau Paternoga und Herrn Wendzel, zu Besuch bei unserer Partnerschule, dem I.E.S. Santa Clara in Santander.

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Dies war bereits unser zweiter Besuch in Kantabrien, der autonomen Region im Norden Spaniens. Wie im letzten Jahr so vertrauten wir auch diesmal Ryanair als der zugegeben günstigsten Anreisemöglichkeit. Trotz der Lage des Flughafens von Weeze nahe der holländischen Grenze ist dies immer noch der einfachste Weg , zu einem erschwinglichen Preis nach Santander zu kommen.
Dort erwartete uns am Flughafen unsere Kollegin, Frau Brüstle, die uns in die Stadt und sofort zur Schule brachte. Die Freude der spanischen und der deutschen Schüler, die sich bisher nur per Brief-Kontakt und per SMS, bzw. per What’s App kannten, war natürlich sehr groß.
Am folgenden Tag war zunächst gemeinsamer Unterricht angesagt. Später ging es an den Santander_16_06.jpgStrand, genauer gesagt auf die Halbinsel La Magdalena, wo es nicht nur den Palacio Real zu besuchen gibt, sondern auch einen kleinen Aqua-Zoo mit Robben («focas»), Seelöwen («leones marinos») und Pinguinen («pingüinos»). Obwohl die Sonne ihr bestes gab und kräftig Santander_16_08.jpgvom Himmel schien, wehte dort eine kräftige Brise, ein bisschen wie an der Nordseeküste, und die Luft roch angenehm nach Meer. Da wir gerade über das Wetter reden, sei der Hinweis erlaubt, dass wir insgesamt Glück hatten, obwohl es andererseits wiederholt nicht verkehrt war, einen Regenschirm dabei zu haben.

Freitag war unser Ausflug-Tag, und der begann mit kräftigem Regen über Santander, der sich aber später glücklicherweise legte, sodass auch noch die Sonne zu ihrem Recht kam. Unser Ausflugsziel waren zunächst die Höhlen von Puente Viesgo: El Castillo und Las Monedas. Zusammen mit dem wahrscheinlich etwas bekannteren Ort Altamira, handelt es sich hier um die ältesten prähistorischen Höhlen überhaupt. Die Höhlenmalerei in der Cueva del Castillo ist etwa 40.000 Jahre alt. Somit sind dies wahrscheinlich die ältesten menschlichen Kunstwerke. Zum einen handelt es sich um Tierzeichnungen, Darstellungen von Ziegen, Hirschen, Pferden, Bisons. Zum anderen sind aber auch Handabdrücke zu sehen. Diese entstanden, indem man die Hand an die Felswand legte und Farbpigment mit einem Rohr darüber blies.
Nicht nur die Höhlenmalerei ist beeindruckend, sondern auch das Tropfsteinlabyrinth aus Stalaktiten und Stalakmiten. Ähnliches kennen wir beispielsweise aus dem im Bergischen Land gelegenen Attendorn.Santander_16_02.jpg
Unser nächstes Ziel war der malerische Ort Santillana del Mar. Wie mir mein spanischer Kollege Antonio, Philosophielehrer am I.E.S. Santa Clara, erklärte, ist dies der Ort der drei Lügen («tres mentiras»). «No es santa, no es llana y no tiene mar.»  Auf Deutsch: der Ort ist nicht heilig, nicht in einer Ebene gelegen, und er liegt auch nicht direkt am Meer.
Das Wochenende verbrachten die Schüler mit ihren Gastfamilien. Am Montagmorgen trafen wir uns dann wieder zum Unterricht im I.E.S. Santa Clara. Anschließend gingen die deutschen Schüler mit ihren Lehrern in eine  «churrería» zu einem zweiten Frühstück, bestehend aus «churros con chocolate». Diese in ganz Spanien verbreitete Spezialität ist nun eine wirkliche Süßspeise. Die heiße Schokolade, die man je nach Geschmack in flüssigerer oder festerer Konsistenz bestellen kann, dient dazu, dass man das in Öl frittierte Gebäck in sie eintauchen oder dippen kann. Anschließend benötigt man allerdings mehr Flüssigkeit, «agua mineral sin gas» oder einen «zumo de naranja». Diese Form des Frühstücks ist übrigens äußerst nahrhaft und eignet sich bestens als Stärkung nach einer durchtanzten Samstagnacht, um am frühen Morgen wieder zu Kräften zu kommen.
WSantander_16_05.jpgas haben wir noch gesehen? Zum Beispiel das Museo Marítimo. Wir waren zur rechten Zeit dort, gegen 12 Uhr, als ein Taucher in das Aquarium–Becken stieg, um die Fische zu füttern. Übrigens, es tummeln sich auch kleine Haifische in diesem Becken.
Santander lebt nicht nur am, sondern auch vom Meer. Einen besonderen Stellenwert hat daher der Fischmarkt, über den uns Frau Brüstle am Dienstagvormittag führte. Er strahlt ein ganz besonderes Ambiente aus, auch wenn einige unserer Mädchen das aus olfaktorischen Gründen etwas anders sahen.Santander_16_04.jpg
Santander ist zwar nicht Madrid oder Barcelona, hat aber dennoch seinen eigenen Charme. Man merkt, dass die Stadt am Meer liegt. Die regionale Küche hat aber nicht nur Fischgerichte aufzuweisen, sondern vieles mehr. Und die regionale Variante der Tapas-Spezialitäten heißt dort «montaditos». Manche sehen darin auch einen Vorläufer der «bocadillos». Wie dem auch sei, unseren Schülern hat‘s geschmeckt.
Santander, wir kommen wieder. Zuerst aber freuen wir uns auf den Besuch von Frau Brüstle und ihren Schülern im September dieses Jahres.

U. Wendzel