2016-06-30 - Auf dem Barhocker im Schweinestall

Ein junger Mann zieht aus in die weite Welt, um das Glück zu suchen, dabei liegt es doch so nah, nämlich vor der eigenen Haustür. Die Botschaft dieses Märchens von Philipp Breiding war Wasser auf die Mühlen eines jeden Anrathers, der natürlich weiß, dass es auf der Welt keinen schöneren Ort gibt … Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen präsentierten Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses „Kreatives Schreiben“ der Gymnasialen Oberstufe ihre kunstvollen Texte einer breiteren Öffentlichkeit. Nach dem Literaturabend „Gerli im Wunderland“ im Bistro unserer Schule wurden die Grenzen von Alt-Willich überschritten: Im Rahmen des Sommerfestes des gemeinnützigen Vereins Anrath 1Tausend e.V., der sich für sozial benachteiligte Menschen einsetzt und dessen Vorsitzender unser Kollege und stellvertretender Bürgermeister Markus Gather ist, durften wir das Kulturprogramm in der Galerie Schageshof in Anrath mitgestalten.

lit_anrath_06_16.jpgGanz lässig saß man dieses Mal auf einem Barhocker in einer umgebauten Scheune, in der die Ställe noch deutlich zu erkennen waren. Christina Lehnen, Aynsley Doyle und Sarah El-Eter beschimpften in ihren Texten die neueste Technik in Form von Handy oder Laptop: andauernd leere Akkus, ständig abstürzende Computer, Unmengen unerwünschter Werbeeinblendungen. Die Pointe dabei war jedoch, dass die Geräte irgendwann anfingen, zurück zu schimpfen und uns Menschen einen Spiegel unserer Unzulänglichkeiten vorhielten. Jonas Richardt philosophierte über unangenehme Wahrheiten, indem er aus seinem Essay mit dem Titel „Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen“ vortrug, und Philipp Breiding präsentierte sein Märchen „Wünschelrute“ über die Suche nach dem Glück, aus dem schon oben zitiert worden ist. Melina Jungermann schließlich durfte zwei Mal auf die Bühne: Einmal gestaltete sie das Problem der jugendlichen Identitätsfindung: Jeder Jugendliche wünsche sich endlich die Rechte von Erwachsenen, scheue aber die damit verbundene Verantwortung. Im zweiten Auftritt problematisierte sie die Macht des Geldes, indem sie die Utopie „Was wäre, wenn es kein Geld gäbe?“ entwarf.
Die Rückmeldungen der Zuhörer lobten das hohe intellektuelle Niveau, den Unterhaltungswert und die Professionalität des Auftritts unserer Schülerinnen und Schüler der Gymnasialen Oberstufe.
Wir danken Herrn Gather für die Möglichkeit der Präsentation und einen sommerlichen Sonntagnachmittag; weitere Eindrücke vom Fest können unter www.markus-gather.com eingesehen werden.