Tutorenprogramm

"Schüler helfen Schülern...
...oder einfach: Ein völlig selbstverständliches Projekt."

Eine ganze Stunde Zeit für ein Kind haben, in Ruhe die Hausaufgaben durchschauen, zuhören und noch mal erklären, was nicht verstanden wurde. Förderung eins zu eins. Das ist die beste Grundvoraussetzung für ein intensives Lernen und für eine im besten Sinne individuelle Förderung.

Dies ist gar nicht so unrealistisch: „Schüler helfen Schülern“ lautet der Titel unseres Tutorenprojektes an der Robert-Schuman-Europaschule. Dieser Titel beinhaltet den zentralen Gedanken des Projektes.

Mehr als 60 Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Jahrgangs treffen sich einmal in der Woche mit genauso vielen TutorInnen aus der Oberstufe. So können die OberstufenschülerInnen mit ihren jüngeren Mitschülern eine Stunde lang üben, wiederholen, begreifen und denken, bis die Köpfe qualmen.

Jedes Kind, das an dem Projekt teilnimmt, hat einen festen Tutor oder eine feste Tutorin. Die Tutoren stehen den SchülernInnen– im Idealfall anderthalb Jahr lang – bei allen schulischen Problemen und Problemchen zur Seite steht. Die Stimmung in den Förderstunden ist locker, aber alle sind konzentriert dabei. Seinem Tutor oder seiner Tutorin kann man nämlich auch mal etwas erzählen, was man seinen Lehrern nicht unbedingt anvertraut. Und was der Tutor oder die Tutorin sagt, das hat ein ganz anderes Gewicht als Ermahnungen und gut gemeinte Ratschläge von LehrerInnen oder Eltern.

Die TutorInnen bieten ihre Hilfe ehrenamtlich in ihren Freistunden an. In der Regel finden die Förderstunden dienstags in der 7. Stunde statt. Die begleitenden Lehrerinnen Frau Samland-Köhler und Frau von Thenen sind immer dabei, um Fragen zu klären oder zusätzliches Fördermaterial zur Verfügung zu stellen. Dass die jüngeren MitschülerInnen von einer so intensiven Förderung profitieren, liegt auf der Hand. Aber auch die TutorInnen gewinnen etwas, das jeder potenzielle Arbeitgeber sich von seinen MitarbeiterInnen wünscht: soziale Kompetenz, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Am Ende gibt es daher ein von der Schulleiterin unterschriebenes Zertifikat für die Tutoren und Tutorinnen, das sie z.B. bei Bewerbungen vorlegen können. Dies kommt bei Arbeitgebern immer gut an.

Das Projekt geht 2013/2014 bereits ins neunte Jahr, tatsächlich haben Tutoren“kinder“ der „ersten Stunde“ gerade erfolgreich ihr Abitur bestanden! Herzlichen Glückwunsch!!! Dass sie sich im 11. und 12. Jahrgang als Tutoren engagiert haben, war für sie selbstverständlich. Genau darauf baut das Projekt auf: Auf engagierten und sozial kompetenten OberstufenschülerInnen, die sich für ihre jüngeren MitschülerInnen einsetzen, und davon gibt es in unserer Oberstufe eine ganze Menge, wie sich im Tutorenprogramm jedes Jahr wieder auf’s Neue zeigt.

Wir freuen uns auch im nächsten Jahr wieder über alle interessierten und engagierten TutorInnen.
Und ein Schüler oder eine Schülerin aus dem 5. Jahrgang freut sich noch mehr.

Tutorenprogramm in Kooperation mit der Uni Essen-Duisburg

Seit Februar 2009 haben wir unser Tutorenprogramm „Schüler helfen Schülern“ erweitert und kooperieren mit der Lehrerausbildung der Universität Essen-Duisburg. Anstoß war die Frage einer Schülerin: „Was mache ich denn jetzt im 7. Jahrgang, wenn ich gar keinen Tutor mehr habe, der mir einmal in der Woche hilft? Da wir unsere 13er nicht mehr mit dem Förderunterricht belasten wollten – sie müssen sich schließlich auf ihr Abitur vorbereiten –, wandten wir uns an die Uni Essen-Duisburg und schlossen mit ihr einen Kooperationsvertrag.
Die Uni schickt uns Studierende, die bei uns ihr Orientierungspraktikum absolvieren, in dessen Rahmen sie im Unterricht hospitieren und an einem Projekt mitarbeiten müssen. Das Projekt besteht bei uns in der Erweiterung des Tutorenprogramms auf den zunächst 7., später auch 8. Jahrgang.
Damit können wir eine fast nahtlose Förderung vorweisen, denn im 9. und 11. Jahrgang übernimmt das von der Landesregierung „gesponserte“ Komm Mit-Programm, bei dem jeweils ein/e Lehrer/in eine kleine Gruppe von versetzungsgefährdeten SchülerInnen in Deutsch, Mathematik und Englisch unterstützt.

Die Studierenden im Tutorenprogramm unterrichten nach einer zweiwöchigen Hospitationsphase kleine Gruppen von 4-5 Kindern, die noch Unterstützung bzw. Förderung brauchen. Dabei stellen die Klassen- bzw. FachlehrerInnen den jeweiligen Förderbedarf fest. Die Studierenden können dabei erste unterrichtliche Erfahrungen sammeln und die „Förderkinder“ erhalten die Möglichkeit ihre Lücken und Defizite aufzuarbeiten – eine klassische „win-win“-Situation.
In diesem Jahr bieten wir erstmals nicht nur eine Förderung schwächerer Schüler an, sondern ein Tutorium nimmt sich besonders leistungsstarker SchülerInnen im Fach Mathematik an, um auch sie gezielt zu fördern. 

Bisher konnten wir seit Bestehen des Projekts jedes Halbjahr bis zu 12 Tutorien einrichten. Dabei gibt es auch für uns, die betreuenden Lehrerinnen Frau Samland-Köhler und Frau von Thenen, einiges zu lernen, denn auch für uns kommt durch die Studierenden „frischer Wind“ von der Uni zu uns.

U. Samland-Köhler und U. von Thenen